WIEDERAUFNAHME

Premiere: Do, 26. 2. 2026
Weitere Aufführungen: Fr, 27. 2 . / Sa, 28. 2.
jeweils 20 Uhr

Spielboden Dornbirn

Haben Sie schon vorgesorgt, für´s Alter? Zusatzpensionsversicherung? Im Pensionistenheim einen Platz reserviert oder verlassen Sie sich auf die lieben pflegenden Angehörigen, die Ihnen im Alter alles zurückgeben werden, was Sie für sie dereinst an Gutem getan haben? Oder gehen Sie, wenn das Ende naht, selbstbestimmt in den Tod, in der Schweiz zum Beispiel?

„Eine gute Gesamtleistung, Jähnert in bestechender Form...“
11.9.2023, VN, Thomas Schiretz

„Der in vier Wochen entstandene, feingliedrig gestrickte Text geht unter die Haut.“
11.9.2023, Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft, Peter Niedermair

„Singen, turnend und tanzend liefert Jähnert seine Show und behält mit starker Präsenz die Zuschauer bei sich. “
12.9.2023, NEUE, Sieglinde Wöhrer

„Humorvoll und leicht makaber bringt das nach der Behausung der ausgesetzten Ratte benannte Stück Terrarium auch die echten Seiten vom altern und Sterben auf die Bühne .“
12.9.2023, NEUE, Sieglinde Wöhrer

„Stringente Umsetzung eines überzeugenden Textes.“
11.9.2023, Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft, Peter Niedermair

„Das relativ kleine Team hat die vom Außen her vermittelten Gedankengänge auf dieser Reise erfolgreich interpretiert auf die Bühne gestellt. Durch die schlüssige, rhythmisch beeindruckende Inszenierung und die sehr stringente Umsetzung durch die vier Schauspieler:innen funktioniert die Reise. Das Stück überzeugt, besonders auch in den verschiedenen aufeinander abgestimmten Schauplätzen und Verästelungen.“
11.9.2023, Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft, Peter Niedermair

Marcel Hagen

© Marcel Hagen

Vielleicht sind Sie aber auch gerade damit konfrontiert, dass die Eltern altern und zwar anders, als man sich das vorgestellt hat, nicht alt und weise, sondern fordernd und anstrengend?

Aber darüber spricht man doch nicht, oder schon?

Theater Mutante will darüber sprechen, ganz offen und deutlich. Bevor wir das allerdings tun, wird zugehört, in Interviews mit Betroffenen und Expert*innen, die sie dann womöglich auch auf der Bühne wiederfinden werden.

Dort sollen die eingefangen Erzählungen zu Bühnengeschichten werden, zu Puzzleteilen einer fiktiven und doch realen Geschichte über das Altern und seine Schwierigkeiten. Performt von Andreas Jähnert, begleitet vom Musiker Chris Laine und unterstützt Expert*innen des Alltags, die das reale Leben auf der Bühne repräsentieren werden.

Ein wenig ernst, ein wenig humorvoll und immer wieder sehr real.

© Marcel Hagen

Über das Ende

Finis Terrae, so heißt bis heute eine letzte Station am Ende des Jakobsweges, jener langen Pilgerreise, die sich im Mittelalter, aber auch heute wieder großer Beliebtheit erfreut, an dessen Ende man, so will es die Tradition, seine Schuhe verbrennt.

Das Kap Finisterre, 60 km von Santiago de Compostela entfernt, an der Costa da Morte in Galicien, galt im Mittelalter vor der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus als das Ende der Welt, noch bevor die Erkenntnis der Kugelform ihr eine Art Unendlichkeit verlieh. Die Idee, man könne dort am endgültigen Rand stehen, mag dem Ort symbolische Bedeutung auch für das individuelle Ende des Lebens verleihen.
Der Rand des eigenen Lebens, kurz vor dem unbekannten Danach. Oder auch das Ende einer langen Reise, bevor man, wie es heißt, „aus den Schuhen kippt“. So soll der Ort auch als Ausgangspunkt für eine Recherche- und Erzählreise stehen, die sich rund um das Thema Lebensende und Altern dreht.

Ensemble

Anna-Amanda Steurer

Andreas Jähnert

Bernadette Heidegger

Lisa Perner

Chris Laine

Sascha Jähnert

Maria Hämmerle

Motivation


Meine Großeltern haben keine Reisen in ein fremdes Land erleben dürfen. Sie sind im Krieg aufgewachsen und haben sich mit dem Tod mehr oder minder auseinandersetzen müssen. Ich fragte den Bruder meines Großvaters, wo er schon überall auf der Welt war und was er dort machte. Er antwortete, er sei in Gefangenschaft bei den Franzosen gewesen und habe dort eine abenteuerliche und schöne Welt entdeckt. Da er später ein junger Bauer war und somit stets seinen Eltern am Hof aushelfen musste, blieb das sein einziger und letzter „Urlaub“ im Leben.

Manchmal vergessen wir, dass für unseren Lebensstandard eine Generation einst schwer arbeiten musste und wir jene, die uns gestern verlassen haben, heute oder morgen verlassen werden, keinen Dank und keinen Respekt mehr zollen. Wir schicken unsere Familienangehörigen einfach in ein Pflegeheim und selbst dort finden sie keinen Platz mehr und wir tun alles, um eine Pflegekraft zu finden, die sich mit dem Beginn einer womöglich unwürdigen Reise auseinandersetzt, von der wir keine Ahnung haben, wo diese hingeht.

Dieses Thema stellt auch ein gesellschaftlich zur Zeit recht drängendes Problem dar; einerseits aufgrund des Pflegekräftemangels, andererseits aufgrund unserer zunehmenden Unfähigkeit, mit körperlichem Verfall und Sterben umzugehen. Wir sind gewohnt, diese Dinge an Institutionen abzugeben und sind hilflos, sobald das nicht möglich ist.

Nach der Produktion Aquarium, die einen Mann alleine im Homeoffice zeigte, der sich mehr und mehr der Verflüssigung seiner Gedanken hingibt bis hin zur depressiven Steigerung einer Weltmelancholie, wird sich Terrarium diesmal den quasi „erdigeren“ Problemen des Lebens widmen, den handfesten Gegebenheiten der physischen Existenz: dem Altern und Sterben als Betrachtungsobjekt und Ausstellungsstück; begleitet vom geneigten Zuschauer. „Bitte nicht füttern“ als Vorbedingung des Authentischen.

Zusammenarbeit

Wir bedanken uns herzlich bei allen Förder:innen, Sponsor:innen und Partner:innen!